Intuitiv Essen klappt nicht – das können Gründe sein

"Rational weiß ich das alles, aber intuitives Essen klappt einfach nicht!"

Essen wenn du hungrig bist, aufhören wenn du satt bist – dir alle Lebensmittel erlauben und dich annehmen wie du bist. Ist doch eigentlich ganz logisch, oder?!

Logisch. Ja. Aber ist es auch wirklich so einfach, wie es klingt? Wenn das so wäre, würde ich diesen Satz nicht schon zig Male gehört haben. 

Viele Frauen saßen schon vor mir und zweifelten. Zweifelten an der Idee des intuitiven Essens und dem Wunsch, ihrem Körper wirklich vertrauen zu können. Denn obwohl es alles von Außen so klar erscheint, so logisch. Und obwohl sie doch „rational alles wissen„, funktioniert das mit dem intuitiven Essen irgendwie doch nicht so, wie geplant.

Warum?
Das will ich in diesem Blogartikel an 3 möglichen Gründen aufzeigen.

Bevor es los geht möchte ich dir aber noch sagen: Intuitives Essen ist nicht mal eben nur auf Hunger und Sättigung hören… meistens spielen viele Themen ineinander, die es dir schwer machen deinem Körper zu vertrauen und die Erfahrung hat gezeigt – oft geht es gar nicht um Essen.

Grund 1: Intuitiv Essen klappt nicht, weil du unbewusst auf Diät bist.

Dein Magen knurrt. Du öffnest den Kühlschrank. „Ich darf essen, wenn ich möchte. Ich höre auf meinen Körper und vertraue ihm.„, sagst du dir innerlich und bestärkst dich in deiner Entscheidung. Dein Blick wandert. Hoch. Runter. Wieder hoch.“Hmmm ein leckeres Käsebrot wäre jetzt genau das Richtige!“, denkst du und willst gerade zur Käse-Packung greifen. Doch plötzlich. Hemmt dich etwas. Dein Arm senkt sich wieder. Du hälst inne.“Aber, ich sollte lieber etwas mit weniger Kalorien essen. Etwas Gesünderes. So werde ich auf jeden Fall mit dem intuitiven Essen zunehmen!“Du überlegst weiter. „Naja, vielleicht mache ich mir lieber einen großen Salat mit dem kalorienfreiem Dressing.“Gedacht. Getan.
Und beim Zubereiten versuchst du dich immer mehr auf deine Mahlzeit zu freuen, weil du dir ja etwas Gutes tust…Nach dem Essen bist du satt.
Dein Bauch ist voll und du hast extra volumenreich gegessen, wie das auch immer von FitnessAnna auf Instagram empfohlen wird…Doch. So richtig zufrieden bist du nicht.
Irgendwie ist da noch ein Verlangen. Eine Lust auf etwas Anderes.Du versuchst es zu unterdrücken.
Dich abzulenken… aber es gelingt dir nicht.
Irgendwann ertappst du dich, wie du zu den Chips in der Schublade greifst, die Tüte aufreißt und anfängst zu essen. Das schlechte Gewissen kickt.
Da war es wieder.
Das rumsnacken und weiter essen, obwohl du satt warst…

Was ist hier passiert?

Vielleicht hast du vor einer Weile beschlossen intuitiver zu essen, dir alle Lebensmittel zu erlauben. Doch immer dann, wenn du dich für genau das entscheiden möchtest, was dir dein innerer Impuls gerade sagt – kickt der innere Kritiker rein und du lässt dich verunsichern.

Verständlich, immerhin hast du wahrscheinlich Jahre bis Jahrzehnte deines Lebens nach Regeln und Vorgaben von Außen gegessen und immer wieder deine eigenen Körpersignale unterdrückt.

 

Dazu kommt die Angst vor Zunahme, die Angst die Kontrolle zu verlieren und vielleicht nie abzunehmen und dein eigentliches „Wohlfühlgewicht“ zu erreichen.

Ständige Gedanken, die dich oft unbewusst verunsichern, zweifeln lassen und beeinflussen.
Ich nenne sie gern: Diätgedanken.

 

Und obwohl du keine Kalorien mehr zählst, die Tracking App gelöscht hast und eigentlich nicht mehr auf Diät bist – bist du es irgendwie doch, weil du versuchst perfekt gesunde und vor allem kalorienarme Entscheidungen zu treffen, weil …

Hallo?! Wenn du nur isst, was du willst… dann isst du ja ständig nur noch fettes Käsebrot!!!“

 

Ist das wirklich so?

Vielleicht musst du erst durch die "Nachholphase" oder "Honeymoon" Phase

Hast du davon schon mal gehört? So nennt man die Phase, die eintritt, wenn du dir Lebensmittel wieder erlaubst, die jahrelang verboten waren.

Psychologisch betrachtet ist das ein ganz normaler Prozess, denn alles, was verboten ist, hat einen erhöhten Reiz. Wenn es dann plötzlich erlaubt ist, willst du es uuunbedingt ausnutzen, weil dein Körper sich danach sehnt.
Wenn du in deiner Vergangenheit öfter auf bestimmte Lebensmittel verzichtet hast, z.B. auf bestimmte Süßigkeiten oder so, dann willst du davon erstmal mehr essen und hast dann natürlich erst Recht das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

An diesem Punkt ist es aber unglaublich wichtig dran zu bleiben, zu vertrauen und weiter zu machen.

Denn: Dann setzt der Habituationseffekt, der Gewöhnungseffekt ein.

Und das ist der Effekt, den du haben willst. Denn nun hat dein Körper verstanden, dass es kein Verbot mehr gibt – der Reiz lässt nach und die Gelüste werden weniger.

Dein Essverhalten „normalisiert“ sich.

Die schlechte Nachricht: Dieser Prozess kann dauern. Manchmal Wochen, manchmal Monate.

Aber du darfst schrittweise vorgehen und dir Zeit geben!

Wenn du also das nächste Mal Lust auf Käsebrot, Pizza oder so hast, dann erlaub sie die dir bewusst.

So kommst du dem Vertrauen in deinen Körper näher und schaffst es immer besser, deine Körpersignale zu honorieren.

Mehr dazu, was die psychologischen Hintergründe deines Essverhaltens sind?

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Weitere Informationen

Grund 2: Du hast ein Thema mit emotionalem Essen

Du versuchst schon bei Sättigung aufzuhören und erlaubst dir alle Lebensmittel, aber am Abend kannst du nicht ohne Süßigkeiten?

Tagsüber snackst du ständig, obwohl du eigentlich genug gegessen hast und kein Kaloriendefizit mehr hast?

Dann könnte es sein, dass du emotional isst, bzw. besser gesagt emotionsreguliert.

Grundsätzlich ist nichts Schlimmes daran, auch mal emotional zu essen. Emotionen gehören zum Essen dazu und sind Teil unserer Kultur.

Wenn Essen jedoch für dich zu einem wichtigen Ritual wird, was du brauchst um dich besser zu fühlen, runter zu kommen oder zu entspannen – dann kann es eine Bewältigungsstrategie sein. Du regulierst mit dem Essen deine Gefühle und versuchst ein Bedürfnis zu erfüllen.

Ich möchte gleich ehrlich zu dir sein: Versprechen, dass du dein emotionales Essen vollständig auflösen wirst, werde ich nicht. Aber was definitiv möglich ist, dass du es schaffst einen anderen Umgang damit zu finden und dein ständiges Snacken und Essanfälle zu reduzieren.

Was es dafür braucht?

Die wahre Ursache deines Essverhaltens und die unerfüllten Bedürfnisse dahinter erkennen.

Nur so wirst du am Kern ansetzen können und dein Essverhalten langfristig verändern und schlussendlich auch intuitiv essen lernen – denn dein ständiges Snacken, nicht aufhören wenn du satt bist und Essanfälle sind in dem Fall nur ein Symptom.

Wenn du dabei Unterstützung brauchst, wäre ein 1:1 Coaching oder auch eine Therapie etwas, solltest du schon unter essgestörtem Verhalten leiden. Melde dich gern für ein unverbindliches Kennlernen bei mir.

Hier findest du alle Infos zum Coaching.

Grund 3: Du hast panische Angst vor Zunahme oder willst unbedingt abnehmen.

Wahrscheinlich denkst du jetzt: „Na klar, wieso sollte ich zunehmen wollen!“ – Das fühle ich sehr!

Mir ging es ganz genauso. Als ich meine ersten Versuche mit dem intuitiven Essen gemacht habe, hab ich danach direkt zugenommen und auf der Waage den totalen Schock bekommen!

Mir ist ganz wichtig zu sagen:

Dein Abnehmwunsch oder der Wunsch auf keinen Fall zuzunehmen ist absolut verständlich, normal und berechtigt!

Warum?

Weil wir in einer Gesellschaft leben, in der ein schlanker Körper der „bessere“ Körper ist. Natürlich nicht wirklich, aber wir leben in einer Diätkultur. Das bedeutet, dass uns seit Jahrzehnten eingetrichtert wird, dass ein schlanker Körper erfolgreicher, schöner und besser als ein dicker Körper ist.

Dicken Menschen werden (das ist auch in Studien bewiesen) öfter negative Eigenschaften zugewiesen. Sowas wie undiszipliniert, faul, dumm usw. … 

Und falls du jetzt an das Thema Gesundheit denkst, kann ich das natürlich auch nachvollziehen. Ein dicker Körper mit Übergewicht? Das kann doch nicht gesund sein? Oder doch?

Nun. Das Thema ist unglaublich komplex. Aber kurz gesagt: So einfach ist es nicht. Denn Studien zeigen, dass die Gesundheit und Fitness eines Menschen auch unabhängig vom BMI mit gesunden Gewohnheiten gefördert und verbessert werden kann. Außerdem haben gewichtsneutrale Ansätze in der Adipositas Behandlung bisher sogar bessere Ergebnisse langfristig erzielt, als der klassische gewichtsfokussierte Ansatz, bei dem eben das Ziel auf „Abnehmen“ und Gewichtsverlust liegt.

Studien findest du übrigens hier ein paar: Studien zum intuitiven Essen & Health at every Size

Wenn du dich da gerade wieder erkannt hast, dann lade ich dich herzlich ein, deine Angst vor Zunahme mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Oder wie ich immer so gern sage: Lass uns tiefer graben!

 

Was steckt hinter deiner Angst vor Zunahme?

 

Woher kommt die Angst und wie kannst du ihr im Alltag begegnen?

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Tags :
Essanfälle & emotionales Essen |Intuitiv Essen lernen

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